Friedrich Weyerhäuser

Friedrich Weyerhäuser, mein Urgoßonkel 3. Grads,  wurde am 21 November 1834 in Nieder-Saulheim als Sohn des Ackermannes Johannes Weyerhäuser und seiner Ehefrau Margaretha Gabel geboren. Er war eins von 11 Kindern. Mit 6 Jahren durfte er die evangelische Schule besuchen.  Einige seiner Schul- und Jugendfreunde, die finanziell besser gestellt waren, unterstützten ihn großzügig. Er wurde in einer Zeit geboren, in der große Armut und eine hohe Kindersterblichkeit herrschte. Als er 12 Jahre alt war, starb sein Vater. Friedrich musste die Schulausbildung beenden und statt dessen auf dem heimischen Bauernhof helfen. Mit seiner Mutter und seinen Geschwistern musste er sein Leben in Armut und Entbehrung meistern. Dies sollte sein späteres Leben nachhailtig prägen. Er erlernte den Beruf des Schreiners. Doch die Armut und Perspektivlosigkeit am Ende der vorindustriellen Zeit in Deutschland ließ in ihm den Entschluss reifen nach Nordamerika auszuwandern. Als Friedrich 18 Jahre war, wanderte er mit einem Teil seiner Familie nach Amerika aus. Einige seiner Schul- und Jugendfreunde, die finanziell besser gestellt waren, unterstützten ihn großzügig.

Nach seiner Ankunft in Amerika im Jahr 1852 zog es ihn in die Nähe von Erie, Pennsylvania, wo er als Tagelöhner arbeitete. Eine Arbeit in einer Brauerei beendete Friedrich nach kurzer Zeit, der Brauer selbst war sein bester Kunde. Zwei Jahre arbeitete Friedrich bei der Eisenbahn danach in einem Sägewerk in Rock Island, wo er sich auch häuslich nieder ließ. Friedrich war sehr fleißig. Er machte anders als seine Kollegen nicht nach der Uhr Feierabend, sondern arbeitete so lange, bis die Arbeit erledigt war. Man betraute ihn mit der Führung eines Holzhofes.

Am 11. Oktober 1857 heiratete er Sarah Elisabeth Blödel, welche ebenfalls aus Nieder-Saulheim stammte. Das Paar bekam sieben Kinder (vier Töchter und drei Söhne).

Im gleichen Jahr war Friedrich in der Lage mit seinem gesparten Geld das Sägewerk zu kaufen. Sein Fleiß ermöglichte es ihm, Beteiligungen an anderen Holzunternehmen zu erwerben. Zum Teil erwarb er sogar die Mehrheit in anderen Holzunternehmen. Holz war ein begehrtes Material für den Eisenbahnbau.

Im Jahre 1872 errichtete er die „Mississippi River Boom and Logging Co.!“. Ein Bündnis, dass alle Holzstämme abwickelte, die im Mississippi verarbeitet wurden.

Im Jahr 1864 begann er große Flächen Wald zu kaufen, zuerst in Wisconsin, später in Minnesota, Idaho, Washington und Oregon. Im Jahre 1891 zog er nach St. Paul, wo er Nachbar und Freund von James J. Hill wurde. Hill war Betreiber einer Eisenbahngesellschaft und hatte von der Regierung mehrere Millionen Hektar Hochwald, zum Bau der Eisenbahn, sehr billig gekauft.

James Hill wusste nichts über den Holzhandel und er verkaufte 1890 mehr als 900.0000 Hektar Wald, zu einem besonders günstigen Preis an Friedrich Weyerhäuser. Das war die Basis für das heutige Unternehmen.

Das Jahr 1890 gilt als das Gründerjahr der Weyershäuser Company. Weyershäuser konnte seine Macht immer weiter ausbauen: er kontrollierte 30 Unternehmen. Friedrich Weyerhäuser starb am 4. April 1914. Er hinterließ 7 Kinder.

Seiner Heimatgemeinde Nieder Saulheim stiftete er 1904 aus Dankbarkeit eine Sängerhalle. Heute ist die Weyerhäuser Corporation ein Multi-Millionen-Dollar-Unternehmen mit Niederlassungen in Europa und Kanada.

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